Depressionen und Angstzustände durch Bewegungsmangel

Studien zu den Folgen von COVID-19

Gruppe beim Sport

Sport ist gesund, hält fit und das ist auch soweit allen Menschen bekannt. Doch zu welchen fatalen Folgen Bewegungsmangel führt, wird erst jetzt in Zeiten von Lockdowns und Studioschließungen besonders ersichtlich. 

Die International Health, Racquet & Sportsclub Association (IHRSA) hat in einem jüngsten Bericht drei wissenschaftliche Studien untersucht und über die Folgen von Bewegungsmangel berichtet. Die Ergebnisse sind eindeutig: Aufgrund von Lockdowns durch COVID-19 ist das Sportangebot deutlich reduziert und soziale Kontakte limitiert. Die Folge sind eine deutlich erhöhte Wahrscheinlichkeit an Depressionen und Angstzuständen zu leiden.

Studie 1: Korrelation zwischen COVID-19 und Depressionen sowie Angstzuständen

Bild: Depressionen
Bewegungsmangel kann Depressionen fördern.

Die Maßnahmen zur Bekämpfung der COVID-19-Pandemie haben Anfang 2020 die körperliche Aktivität in vielen Teilen der Welt erheblich verringert. Fitnessstudios mussten schließen, öffentliche Trainingsplätze wurden abgeriegelt und der Sport- und Vereinsbetrieb wurde eingestellt. 

Im Zeitraum zwischen dem 2. und 12. Juni 2020 fand vor diesem Hintergrund in Brasilien eine Online-Befragung statt. Teilgenommen haben insgesamt 2.140 Personen ab 18 Jahren. Untersucht wurde unter anderem das Verhalten der Menschen im Lockdown im Vergleich zu ihren regulären Aktivitäten.

Das Ergebnis: Junge Menschen leiden durch den Bewegungsmangel am stärksten.

147 Prozent Anstieg von wenig bis gar nicht aktiven Menschen

69 Prozent der Befragten sagen, dass sie vor Corona “sehr aktiv” waren. Nach dem Inkrafttreten der sozialen Distanzierung fiel der Wert auf 39 Prozent. Die Zahl der Menschen, die nicht ausreichend aktiv oder sogar inaktiv waren, stieg dagegen um 147 Prozent an.

Rund 30 Prozent der Befragten berichteten von mittelschweren oder schweren depressiven Symptomen – 23 Prozent leiden unter mittelschweren oder schweren Angstsymptomen.

Die Statistiker konnten ermitteln, dass es einen Zusammenhang zwischen Depression- und Angstzuständen und einer geringen körperlichen Aktivität, geringem Einkommen und dem Alter gibt. Besonders stark sind die genannten Symptome bei den jüngeren Befragten.

Ergebnisse der Studie aus Brasilien stimmen mit ähnlichen überein

Ein wenig mit Vorsicht müssen diese Ergebnisse dennoch betrachtet werden. Es gibt nämlich keine vergleichbare Umfrage, die sich mit Angstzuständen oder Depressionen vor der Pandemie beschäftigt. Daher ist unklar, ob oder wie die Einführung von COVID-19-Beschränkungen die Stimmung im Vergleich zu früher beeinflusst hat.

Während Brasilien, wie die Autoren der Studie bemerken, im Vergleich zur globalen Inzidenz vor der Pandemie ein höheres Maß an Depressionen aufwies, stimmen diese Ergebnisse trotzdem auch mit anderen Studien überein, die höhere Depressionsniveaus während der Pandemie nachweisen konnten. Dort wurde auch ein Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität, geistiger Gesundheit und wirtschaftlicher Situation festgestellt.

Fazit der Autoren von Studie 1

„Angesichts der dramatischen Veränderung des Lebensstils, die mit körperlicher Inaktivität und allen nicht übertragbaren Krankheiten verbunden ist, wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Fettleibigkeit, sowie des signifikanten Zusammenhangs zwischen körperlicher Inaktivität und psychischen Erkrankungen, ist es klar, dass Menschen in der Zeit der sozialen Distanzierung körperlich und geistig viel anfälliger werden, was sich auf ihre Fähigkeit auswirkt, eine mögliche COVID-19-Infektion zu bekämpfen.
Daher sollten Programme für körperliche Aktivität gefördert werden, die gleichzeitig die erforderliche soziale Distanzierung einhalten, um die Verbreitung von SARS-CoV-2 einzudämmen.“

Methode: In dieser Studie wurden 2.140 Brasilianerinnen und Brasilianer ab 18 Jahren zu ihren persönlichen Störungen, der Quarantäne, ihrer körperlichen Aktivität und Stimmungsschwankungen befragt (Online-Umfrage).

Veröffentlicht in: BMC Public Health (März 2021)

Studie 2: Sport erhöht die Schlafqualität vor allem bei älteren Menschen

Bild: Schlafen
Besser Schlafen durch mehr Bewegung.

Wir kennen es alle, je älter wir werden, desto weniger Schlaf haben wir. Doch nicht nur die Quantität geht zurück, auch die Qualität wird schlechter. Schätzungen zufolge leiden 25 Prozent der erwachsenen Menschen an Schlaflosigkeit.

Warum dies so ist, ist in der Forschung noch nicht eindeutig geklärt. Während einige die These vertreten, dass der Schlafbedarf im Alter grundsätzlich abnimmt, sind andere der Meinung, die Fähigkeit für einen erholsamen Schlaf nehme ab.

Schlafprobleme haben oft psychische Ursachen

Die Forschung ist sich aber sicher, ein ruhiger Schlaf und die Erholung dabei sind sehr wichtig. Oftmals gehen Schlafprobleme mit psychologischen Veränderungen einher, die es dem Gehirn erschweren, die nötige Ruhe zu erzeugen.

Im Februar diesen Jahres wurde im Wissenschaftsjournal “Sleep and Breathing” ein Artikel veröffentlicht, der sich mit den Schlafproblemen bei erwachsenen Menschen beschäftigt. Der Artikel betrachtet den Einfluss von Sport und Bewegung zur Verbesserung auf den Schlaf.

Das Ergebnis:

Die Autoren des Artikel schreiben, dass moderater Sport die Intensität des Schlafs am verbessern kann. Das hat bspw. eine Studie mit 557 Männern ergeben, die 3x pro Woche für 60 Minuten trainierten.

Ein guter Schlaf hat außerdem positiven Einfluss auf die körperliche Aktivität am Folgetag. Dieser Annahme liegt eine Studie mit 11 Frauen zugrunde, die sportliche Übungen durch einen erholsamen Schlaf besser ausführen konnten. 

Interessant: Beim reinen Krafttraining konnte ein solcher Zusammenhang nicht bewiesen werden.

Einflussfaktoren auf den Schlaf

Die Wechselwirkungen zwischen körperlicher Aktivität und Schlaf sind komplex und können durch folgende Faktoren beeinflusst werden:

  • Immunfunktion
  • Angst
  • Lebensqualität
  • Sonneneinstrahlung 
  • Arbeit im Sitzen
  • Raumtemperatur uvm.

Für Sport- und Fitnessanbieter ergibt sich daraus der Auftrag, Schlafstörung und deren Folge (z.B. Konzentrationsschwäche, Antriebslosigkeit etc.) stärker zu thematisieren und gezielt mit unterschiedlichen Programmangeboten zu adressieren.

Methodik: Der Artikel ist ein kurzes Manuskript und eine (nicht systematische) Überprüfung der Schlafparameter und der Physiologie, die mit dem Alterungsprozess verbunden sind. Anschließend werden die Informationen zu Schlafstörungen bei älteren Menschen und zur Schlaflosigkeit diskutiert.

Veröffentlicht in: Sleep and Breathing (25 Februar 2021)

Studie 3: Fitness-, Kraft- und Ausdauersport können Angstzustände reduzieren

Bild: Joggen
Sport hat einen positiven Effekt auf unser Wohlbefinden.

Die Bedeutung von Sport für unsere Gesundheit ist durch diverse Studien unumstritten – Sport ist essentiell, wenn wir ein glückliches und gesundes Leben führen wollen. Doch leider basieren viele Studien auf einem relativ geringen Datenschatz

Studiengrundlage: 152.000 Studienteilnehmerinnen und Teilnehmer

Die dritte Studie im IHRSA-Beitrag ist hier ein wenig anders. Denn: Als Basis dienen uns hier ganze 152.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. 

Die Studie wurde in der wissenschaftlichen Zeitschrift BMC Medicine veröffentlicht und behandelt den Zusammenhang zwischen kardiorespiratorischer* Fitness, der Griffstärke sowie der psychischen Gesundheit. Diese äußerst umfangreiche Kohortenanalyse wurde im Jahr 2020 in Großbritannien durchgeführt. 

*die Fähigkeit des Körpers, die Muskeln und das Herz bei anhaltender körperlicher Aktivität mit Sauerstoff zu versorgen.

Menschen ohne Bewegung haben eine höhere Wahrscheinlichkeit depressiv zu werden

Den Ergebnissen zufolge war die Wahrscheinlichkeit einer Depression bei Menschen mit niedrigem und mittlerem Aktivitätsniveau höher als bei Menschen mit hoher Fitness und Griffstärke. Darüber hinaus konnten die Forscher auch einen Zusammenhang zwischen kardiorespiratorischer Fitness sowie der Griffstärke und einer höheren Wahrscheinlichkeit von Angstzuständen ermitteln. 

Menschen mit geringer sportlichen Aktivität und weniger Griffstärke besitzen eine fast doppelte Wahrscheinlichkeit an Depressionen zu erkranken und haben ein 1,6-fach höhere Wahrscheinlichkeit an Angstzuständen zu leiden.

Methodik: Die Untersuchung ist eine 7-jährige prospektive Kohortenstudie mit 152.978 Teilnehmern der britischen Biobank. Ein Belastungstest und ein Dynamometer wurden verwendet, um die kardiorespiratorische bzw. die Griffstärke zu messen.

Veröffentlicht in: BMC Medicine (2020)

Menschen mit geringer sportlichen Aktivität und weniger Griffstärke besitzen eine fast doppelte Wahrscheinlichkeit an Depressionen zu erkranken

Politik und Wirtschaft sind in der Verantwortung

Bild: Diskussion
Eine Unterstützung für mehr Bewegung im Alltag muss von allen Seiten kommen.

Die oben gezeigten Studien unterstreichen die Bedeutung von Sport und Bewegung und die Forschung empfiehlt einmal mehr, körperliche Aktivität stärker zu fördern. Politik und Wirtschaft sollten hier stärker in die Verantwortung genommen werden.

Unternehmen sollten mit gutem Beispiel voran gehen

Auch Firmen und Unternehmen haben die Pflicht, sich für einen einfacheren Zugang zu Sport für ihre Kunden und Mitarbeiter einzusetzen. Ideen und Lösungen gibt es bereits: Auch unsere Sport Alliance-Gruppe bietet mit MySports ein innovative Firmensport-Konzept an. Das Angebot steht nicht nur unseren Mitarbeitern zur Verfügung, sondern auch allen Unternehmen, die ihre Mitarbeiter zu mehr Bewegung motivieren wollen. 

MySports Firmensport – kostenloses Werbematerial für Fitnessstudios

Wenn du als Sportanbieter auch deine Mitglieder zu mehr Bewegung im Alltag inspirieren möchtest, dann kannst du das Konzept bei dir im Studio bewerben und bei uns kostenloses Material bestellen.

Alle infos dazu findest du hier: https://www.magicline.com/de/features/mysports-firmensport 

Hoffen wir, dass COVID-19 das Bewusstsein für mehr Bewegung weckt und wir in Zukunft viel mehr Menschen in Fitnessstudios, Sportvereinen und bei allen anderen Sportanbietern sehen.

Was können Studiobetreiber mit solchen Studienergebnissen machen?

Bild: Optimierung Angebot
Optimiere dein Studioangebot, um deine Mitglieder bei einem besseren Wohlbefinden zu helfen.

Nutzt die Informationen und wissenschaftlichen Erkenntnisse in eurer Kommunikation und passt eure eure Angebote daraufhin an.

  • Teilt die Informationen mit euren Mitgliedern und potentiellen Interessenten
  • Verbindet bestimmt Kurse, Trainer oder eure Trainingsvideos mit den genannten Krankheiten und Symptomen.
  • Überlegt euch Kursinhalte für die Zeit nach Corona, um ein gezieltes Training anzubieten, die “Angstzustände” und “Depressionen” mindern
  • Geht bewusst auf die Ergebnisse ein und zeigt euch als relevanter Gesundheitsanbieter

Es geht eben nicht um den Sixpack, sondern um einen erholsamen Schlaf, ein gesundes Herz-Kreislaufsystem und damit ein glückliches Leben ohne Depressionen und Angstzustände – für Jung und Alt.

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Artur Jagiello

am 23. April 2021

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