Was Studiobetreiber jetzt von China lernen können - MAGICLINE Blog

Was Studiobetreiber jetzt von China lernen können

Die Wiedereröffnung nach Corona

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Derzeit ist noch nicht gewiss, wann hierzulande Fitnessstudios und Sportclubs wieder aufmachen dürfen. Doch die Zeit nach der Krise wird kommen. Wie geht es dann weiter? Worauf sollten Betreiber nach Corona achten? Wie können sie sich am besten noch während der Krise auf den Neuanfang vorbereiten?

Um die Antworten auf diese Fragen zu erhalten, lohnt der Blick nach China. Denn dort geht der Alltag langsam wieder los und Fitnessstudios öffnen ihre Türen.

Allgemeine Informationen zur Lage in China

Vorweg: Dass in China derzeit „Normalität“ einkehrt, heißt nicht, dass dort das Virus nicht mehr tobt. Weiterhin gilt es für Geschäfte und Sportstätten, Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen. Außerdem werden immer wieder Stimmen laut, die die offiziellen Zahlen und Angaben zu den Infizierten mit Skepsis behandeln.

1. Zahlen aus China

Allgemein sind in China knapp 91% aller Infizierten inzwischen wieder gesund und es gibt kaum noch Neuinfizierte. Während es in den USA am 30. März beispielsweise 20.353 neue Fälle gab, wurden in China nur noch 31 Neuinfektionen registriert.

Selbst in Wuhan, dem Ausgangspunkt der Pandemie, dürfen die Leute nach einem strickten Lockdown inzwischen ihre Häuser wieder verlassen, um beispielsweise einkaufen zu gehen. Zuvor durften sie das für fast zwei Monate nicht. Da wurden Lebensmittel dann teilweise durch das Nachbarschaftskomitee von Wohnanlagen oder durch offizielle Stellen gebracht.

Ausreisen aus Stadt und Provinz dürfen sie seit dem 08. April wieder. Dann soll die Quarantäne vollständig aufgehoben werden. Die meisten Banken wurden in der Zwischenzeit wieder geöffnet, wobei älteren Menschen aber weiterhin geraten wird, Innenstädte und Nahverkehr zu vermeiden.

2. Chinas Ampelsystem zur Erkennung von Risikopersonen aus China

Ein Großteil der Geschäfte bleibt in China immer noch geschlossen. Menschen aus anderen Provinzen oder dem Ausland müssen Masken tragen und einen Gesundheitscode auf dem Handy installieren.

Es ist ein Ampelsystem, das Risikopersonen identifiziert und ggf. in die Quarantäne versetzt. Nur wer auf seinem Smartphone einen grünen QR-Code vorweisen kann, darf sich frei bewegen. Zeigt der Code etwa gelb an, muss man sich bei den Behörden melden. Rot bedeutet, zu Hause bleiben zu müssen, da der Verdacht auf eine Infektion bzw. erhöhte Ansteckungsgefahr besteht.

3. Strenge behördliche Vorschriften und Kontrollen

Ein generelles innerchinesisches Problem ist zudem nur schwer in den Griff zu bekommen:

Während die Zentralregierung alles macht, damit die Leute wieder arbeiten gehen, werden Menschen und Betriebe vor Ort teilweise davon abgehalten, zum Alltag zurückzukehren. Denn überall dort, wo die Infektionsraten wieder hochgehen, sind die Karrieren der politischen Entscheidungsträger beendet. Deswegen sind die Behörden besonders streng bei der Wiedereröffnung – auch bei Fitnessstudios.

Beispiel der Pure International Group: ein Interview mit Colin Grant

Colin Grant, der CEO der Pure International Group, teilte jüngst in einem Webinar seine Erfahrungen mit der Coronavirus-Pandemie und der damit einhergehenden Überwachung der über 30 Standorte seiner Studios in ganz Südasien.

Colin Grant
Colin Grant, CEO der Pure International Group (Quelle: ihrsa.org)

Das Gespräch fand am 18. März statt. Hier erläuterte Grant, wie er und sein Team mit der COVID-19-Pandemie umgegangen sind. Auch sie waren von Schließungen betroffen, mussten vermehrt mit Mitarbeitern kommunizieren und arbeiteten hart, ihre Mitglieder zu halten. Im Folgenden möchten wir die Inhalte des Interviews kurz zusammenfassen.

Die hier bereitgestellten Informationen dienen als Orientierung. „Es gibt keine Glaskugel“, sagt Grant. Jedes Land, jede Stadt und jedes Studio wird andere Erfahrungen machen.

Das ganze Interview in englischer Sprache gibt es hier: https://www.ihrsa.org/improve-your-club/coronavirus-conversations-club-operations-part-1-webinar/#

„Es gibt keine Glaskugel!“

Colin Grant

1. Über die Pure Group

Collin Grant ist Mitbegründer der Pure Group und startete im Jahr 2002 mit einem Yoga-Studio und zwei Trainern. Heute sind sie an über 30 Standorten aktiv und beschäftigen rund 2.000 Mitarbeiter in Hongkong, Peking, Shanghai, Singapur und New York.

Die Pure Group hat bereits im Januar die Auswirkungen der Corona-Krise zu spüren bekommen.

2. Die Pure Group und die Corona-Krise

a. Warnung kam im Dezember 2019

Im Dezember 2019 bekam Collin und seine Pure Group das erste Mal vom Coronaviruas mit. Bereits damals fingen sie damit an, Masken und Thermometer in ihren Lagern aufzustocken, ohne zu wissen, was und wie viel davon in Zukunft benötigt werden würde. Es war eine reine Vorsichtsmaßnahme. Währenddessen breitete sich Corona immer schneller aus.

b. Erste Schließungen im Januar

Im Januar 2020 wurde die Lage ernst und die Infiziertenzahlen schossen in die Höhe. In der dritten Januarwoche fing es an: Grant musste sieben Studios in Shanghai und zwei in Peking zumachen. Anders als hierzulande, durften in China die Gebäude nicht mehr betreten werden, auch nicht von Grant und seinem Team. Deswegen konnten sie keine Wartungsarbeiten oder Modernisierungsmaßnahmen durchführen. Die Studios waren geschlossen und es gab keine Ausnahmen.

c. Hohe Hygienestandards und Masken sorgten für ein sicheres Gefühl

Die Pure Group begann damit, ihre Hygienestandards deutlich zu erhöhen. Auch die Mitglieder der einzelnen Studios wurden in dieser Zeit bereits informiert. Ein aktives „Kümmern“ um Sicherheit und Hygiene waren laut Collin im Nachhinein sehr hilfreich. Der permanente Kontakt zum Team, den einzelnen Studios und den Mitgliedern sorgten für ein gutes Gefühl.

Sehr früh haben die Mitarbeiter bereits Masken getragen. Erst dachte Grant, Masken würden abschrecken. Doch das Gegenteil war der Fall. Wie er berichtet, fühlten sich die Mitglieder sicherer.

Auch der Geruch im Studio sei wichtig gewesen. So habe man mit Bleiche gearbeitet und der intensive Geruch hatte eine positive Wirkung auf die Besucher.

In allen Studios begannen sie mit Temperaturmessungen. Ab 37,5 Grad fand eine zweite Messung statt, um sicher zu gehen. In einigen Fällen mussten Menschen nach Hause oder zum Arzt geschickt werden.

d. Corona-Fälle in Hong Kong

In Hong Kong kam es unter den Mitgliedern zu zwei Corona-Fällen. Alle Pure-Studios mussten daraufhin für zwei Tage schließen, um ihre Einrichtung gründlich zu desinfizieren. Die betroffenen Studios wurden ganz geschlossen und die dort arbeitenden Trainer für zwei Wochen in Quarantäne geschickt. Es folgte ein Shit-Storm in sozialen Netzwerken und Zeiten wurden rauer für die Pure Group.

e. Verstärkte Kommunikation und tägliche Meetings

Die Kommunikation wurde immer mehr und über soziale Netzwerke verstärkt. Mit den Studios und seinem Kernteam fanden tägliche Telefonmeetings statt – jeden Tag um dieselbe Uhrzeit. Dort wurden unter anderem die aktuelle Lage, behördliche Anordnungen und die zukünftige Organisation der Studios besprochen.

Seine Mitarbeiter arbeiteten zum Teil von zu Hause und dort fanden auch interne Schulungen statt. Entlassen wurde in der gesamten Zeit keiner aus seinem Team. Einige arbeiteten kürzer, weil es nicht anders ging. Doch Kündigungen wollte Grant zu keinem Zeitpunkt aussprechen.

Dass Grant und sein Team so viel und intensiv untereinander kommuniziert haben, sorgte nicht zuletzt dafür, dass es in der gesamten Mannschaft zu einer starken Solidarisierung kam.

f. Online-Workouts und Social Media

Als einige von Collin Grants Studios schließen mussten, fokussierte sich die Pure Group immer mehr auf Online-Angebote und Social-Media-Kommunikation. So wurde täglich ein „Workout of the Day“ angeboten. Jeden Tag wurden so die Mitglieder mit neuen Inhalten, Trainings und Yoga-Kursen versorgt.

Sie fingen außerdem an, ihre Mitglieder auch bezüglich eines stärkeren Immunsystem zu informieren. Ein besserer Life-Style, stressfrei leben, gesunde Küche oder „Immunity Booster“-Classes füllten damit die Online-Agenda der Pure Group.

g. Push-Nachrichten jeden Tag

Laut Grant wurden Push-Benachrichtigungen an die Mitglieder sehr wichtig, um sie stets auf dem aktuellen Stand zu halten. So wurden auch immer wieder neue Infos zur Wiedereröffnung kommuniziert. Allerdings musste der Termin auch immer wieder verschoben werden.

h. Staatliche Unterstützung

Auch in China hat die Regierung Hilfspakete angeboten, um den finanziellen Verlust zu verringern. So erzählt Grant beispielsweise von Steuererleichterungen für sein Unternehmen. Doch auch Mietminderung wurde beantragt, das allerdings nur mit Teilerfolgen.

3. Nach der Krise

a. Über 50 Tage geschlossen und langsame Wiedereröffnung

Grants Studios mussten für über 50 Tage schließen. Das sogenannte Social Distancing und damit der vorsichtige Umgang und Abstand zu anderen Mitmenschen dauerte drei Monate an. Erst nach zwei Wochen ohne Neuinfektion durfte er seine Clubs langsam wiedereröffnen.

„Die Wiedereröffnung verlief in Babyschritten“

Colin Grant

Die Pure Group durfte auch nicht alle Studios auf einmal eröffnen, sondern erst langsam nacheinander. Die Zahl der Wiederkehrer stieg erst mit der Zeit. Laut Grant kam es erst zu einem signifikanten Anstieg der Besucher, nachdem die Schulen wieder öffnen durften.

Vor jeder Eröffnung eines Studios wurde die Einrichtung von Behörden inspiziert. Aus diesem Grund hat das Team der Pure Group alles getan, damit sich die Regierungsvertreter auch gut fühlten.

b. Restriktionen bei Wiedereröffnung: keine Gruppenkurse und keine Duschen

Die Behörden haben darüber hinaus den Neustart der Pure Group stark reglementiert. Die Angst vor einer Neuinfektion und der erneuten Ausbreitung des Virus war groß.

Bis heute werden in China die Geschäfte nur langsam wieder geöffnet. Gruppenkurse fanden am Anfang erst gar nicht statt und auch das Duschen wurde untersagt.

c. Verstärkte Hygienemaßnahmen

Nach der Entwarnung waren die Mitglieder der Pure Group für Hygiene und Sauberkeit deutlich stärker sensibilisiert. Hier galt es, den bisherigen Standard zu erhöhen. So mussten sich alle Besucher vor dem Training die Hände waschen und desinfizieren.

Für die Pure Group bedeutete das, dass Hygiene und alle dazugehörigen Vorsichtsmaßnahmen zum Verkaufsargument wurden. Je stärker sich das Studio um Sauberkeit und Hygiene kümmerte, desto stärker wurde es honoriert.

d. Maximal 50 Trainierende

Die chinesischen Behörden verordneten eine Besuchsbeschränkung auf maximal 50 Sporttreibende zur selben Zeit. Der gesamte Zeitrahmen für die 50 Personen umfasste 90 Minuten und danach mussten alle das Studio verlassen. Bevor die nächsten 50 Gäste rein konnten, musste das Studio gereinigt und die Geräte desinfiziert werden.

e. Temperaturmessungen bei jedem Besucher

Bei jeder Person wurde die Temperatur gemessen und auch auf den nötigen Abstand beim Training musste penibel geachtet werden. So wurden zum Beispiel einige Spinningräder abgedeckt, damit genügend Raum zwischen zwei Rädern bestand. Gruppenkurse wurden auf zehn Personen limitiert.

f. Nörgler bleiben nicht aus – nicht aus der Ruhe bringen lassen!

Auch nach der Wiedereröffnung hatte die Pure Group vereinzelnd mit negativem Feedback zu tun. Grant spricht hier von drei Personentypen: die Ängstlichen, die Ausgeglichenen, die Mutigen. Die Ausgeglichenen bilden die Mehrheit, doch die Ängstlichen und Mutigen bringen die Unruhe mit sich. Während die Ängstlichen vom Studio intensive Maßnahmen für den Schutz der Mitglieder fordern, kümmern sich die Mutigen nicht wirklich. Beide Gruppen sind laut und das zeigte sich immer wieder auch in sozialen Netzwerken.

Hier sollte sich keiner aus der Ruhe bringen lassen. Sachlich und fachlich bleiben, lautet hier die Devise.

g. Mitgliedergewinnung langsam ankurbeln

Irgendwann musste die Neukundenakquise wieder starten – allerdings ganz behutsam. „Es kommt ganz stark auf das Timing und den richtigen Ton an“, sagt Grant. Studios sollten nicht zu früh mit der Neukundengewinnung anfangen und auch nicht zu aggressiv sein. So hat die Pure Group ganz behutsam die Akquise wieder gestartet. Die Menschen seien anfangs nach der Krise noch vorsichtig gewesen.

4. Wirtschaftliche Folgen der Schließung

a. Doppelt so viele Kündigungen

Über die Umsatzeinbußen hat Collin Grant keine genauen Angaben gemacht. Allerdings nennt er einige Informationen, die das Ausmaß der Krise deutlich machen:

Die Anzahl an beantragten Ruhezeiten hat sich verzehnfacht und die der Kündigungen verdoppelt. Sein Team arbeitete aus dem Home Office heraus und einige in einer Art Kurzarbeit. Kündigungen hat er keine Ausgesprochen, das war ihm besonders wichtig.

b. Kündigungen der Mitglieder nach der Eröffnung

Interessant: Auch nach der Wiedereröffnung kam es zu einem plötzlichen Kündigungsschub. Hintergrund war der, dass immer mehr Menschen auch aus anderen Provinzen Chinas zurückkehrten und die Menschen Angst bekamen, dass die „Rückkehrer“ noch immer infiziert sein könnten. Gleiches gilt für Chinesen, die im Ausland verweilen mussten und nun wieder zurück nach Hause können.

c. Höhere Kosten durch Hygieneartikel

Zusätzliche Kosten entstanden auch durch den erhöhten Bedarf an Hygieneartikeln. Masken, Handschuhe, Desinfektionsmittel, flüssige Seife etc. werden seitdem in viel höheren Mengen bestellt. Genaue Zahlen dazu hat Grant nicht genannt. Darüber hinaus wird es in Zukunft schwieriger, an Hygieneartikel zu kommen, da die Nachfrage über alle Branchen hinweg sehr hoch ist. Das macht sich bereits heute stark im Preis bemerkbar.

5. Rat an Studiobetreiber in Europa

„Es wird für alle eine sehr emotionale Zeit werden“, so Grant im Interview. Grant spricht von einer „Achterbahn der Gefühle“, die Studiobetreiber erleben werden. Genau hier befinden wir uns bereits. Dennoch, sein größter Tipp lautet:

„Versucht gemeinsam mit eurem Führungsteam die Emotionen rauszunehmen.“

Denn auch nach der Krise kommen neue Hindernisse und Herausforderungen auf Studiobetreiber zu – vom langsamen Wiederaufbau bis zur Neukundenakquise.

Es ist nämlich nicht davon auszugehen, dass es nach der Wiederöffnung zu einem Ansturm an Studiogästen kommt. Darüber hinaus könnten Menschen in den ersten Wochen noch etwas zögerlich wieder am öffentlichen Leben teilnehmen.

a. Wirtschaftliche Entwicklung messen durch tägliche Analytics

Wer seine Zahlen im Blick hat, kann schneller reagieren. Collin Grant hat die wichtigsten Kennzahlen für seine Wirtschaftlichkeit täglich ausgewertet.

Dazu zählen Neukundenverträge, Kündigungen, Anträge für Ruhezeiten und nach der Eröffnung auch wieder die Check-in-Entwicklung. Die Daten hat er mit dem Vorjahr, der Vorwoche, dem Vortag usw. verglichen, um zu erkennen, ob sich das Unternehmen wieder erholt.

Vor dem Hintergrund der Neukundengewinnung durch Kampagnen, die noch während der Schließung gestartet werden können (z.B. „25%-Rabatt auf die Zeit nach Corona“ u. ä.), ist ein tägliches Tracking der Zahlen ebenfalls unabdingbar.

b. Hygiene und Sicherheit von hoher Bedeutung

Hygiene und die Sicherheit vor Neuansteckungen im Studio werden auch nach Corona einen hohen Stellenwert besitzen. Im Moment ist noch nicht abzusehen, ob es auch in Deutschland nach der offiziellen Entwarnung eine Maskenpflicht geben wird, doch Desinfektionsmittel, flüssige Seife und Reinigungsmittel sollten öfters zum Einsatz kommen.

Die Menschen sind diesbezüglich sensibilisiert und haben eine entsprechende Erwartungshaltung an ihr Studio. Studios sollten nach dem Motto handeln: „Wir kümmern uns um eure Sicherheit!“.

Zusammenfassung der 5 wichtigsten Erkenntnisse aus China

c. YouTube-Video als Zusammenfassung

Unsere Zusammenfassung als Interview zwischen Maximilian von Daehne und Artur Jagiello

d. Mit diesen Produkten schützt ihr eure Mitglieder gegen COVID-19

Nach der Wiedereröffnung sollten alle Studios verantwortungsvoll mit der Gesundheit ihrer Mitglieder umgehen und für die Einhaltung sämtlicher Hygienevorschriften sorgen.

Auf fitness.bedarf.de findet ihr die aktuellen Top-Seller gegen COVID-19 und könnt natürlich alle Artikel direkt in eurer Studio liefern lassen.

Screenshot von bedarf.de

e. Plakate und Infoschilder

Um für ein sicheres Gefühl zu sorgen, sollten Studiobetreiber entsprechende Hygienehinweise und Infotafeln anbringen. Diese können Hinweise auf das richtige Händewaschen, das regelmäßige Desinfizieren von Geräten oder zum Schließen des Toilettendeckels beinhalten.

f. Tipps für Studiobetreiber in Deutschland

  • Versucht so gut es geht, Emotionen raus zu nehmen
  • Täglicher Kontakt mit dem Team ist essenziell
  • Sorgt dafür, dass sich eure Mitarbeiter wohl fühlen und sich mit euch solidarisieren
  • Engagiert eure Mitglieder durch Online-Kurse, Newsletter, regelmäßige Infos zum Status des Studios
  • Überwacht täglich eure wichtigsten Kennzahlen: Kündigungen, Ruhezeiten, Neuverträge /etc.
  • Geht von einem langsamen Neustart aus
  • Duschen sollten vorerst nicht genutzt werden
  • Nach der Krise bekommen die Themen Sicherheit & Hygiene große Bedeutung
  • Achtet auf einen angenehmen Geruch im ganzen Studio
  • Zusätzlicher Einsatz von Infobroschüren, Plakaten, Desinfektionsmitteln und Schutzmaterialien werden nötig
  • Neukundenakquise darf nicht zu aggressiv sein
  • Digitalisierung und Online werden nach der Krise ihre Bedeutung beibehalten
  • Nutzt die Chance und bietet weiterhin neue Kurse und Workouts an, die z.B. auf die Stärkung des Immunsystems zielen oder einen gesunden Lifestyle im Fokus haben
  • Setzt auf einen gesunden Life-Style vor Ort und bietet zusätzliche Vitamindrinks oder Smoothies an

6. Skizze des Bundesinnenministeriums für die Zeit nach dem Lockdown in Deutschland

Laut einem Spiegel-Artikel vom 6. April besagt eine Skizze des Innenministeriums, dass der Lockdown inklusive Ausgangsbeschränkungen noch bis zum 19. April gelten soll. Danach sollen die Bestimmungen langsam wieder gelockert werden.

a. Welche Punkte sind hierbei interessant für Fitness-Studios?

  • Nach Schulen, Einzelhandel und Gastronomie, die zuerst wieder öffnen dürfen, gilt dies dann nach und nach auch für andere Einrichtungen. Aber: Es wird weiterhin eine Beschränkung der Anzahl von Personen in geschlossenen Räumen geben.

    Fitnessstudios sollten daher bereits jetzt Vorkehrungen treffen, um einen geregelten Zugang zu ihrem Studio zu gewährleisten, der immer nur eine gewisse Anzahl von Personen dort garantiert. Möglichkeiten hierfür wären ein neues Reservierungs- und Buchungssystem oder eine Anpassung der Öffnungszeiten, um auch zeitlich mehr Möglichkeiten zu generieren. Außerdem könnten alle Geräte jetzt bereits auf den vorgeschriebenen Mindestabstand eingerichtet werden.
  • Sobald es genügend Masken gibt, wird es ein vorsorgliches Mundschutz- und Maskengebot geben.

    Alle Studios sollten jetzt schon einmal versuchen, sich Mundschutzmasken zuzulegen, da diese Tragepflicht sicherlich auch für Fitness-Einrichtungen gelten wird.
  • Es soll mobile Teststationen geben und eine verbindliche Definition von Verdachtsfällen.

    Das bedeutet, dass auch Studiobesitzer streng darauf achten sollten, wer das Studio betritt und wie sich diese Person fühlt. Fragebögen oder eine Temperaturkontrolle wie in China sind hierfür Möglichkeiten. Jeder Verdachtsfall muss sofort gemeldet werden, um möglichen Bußgeldern und einer Strafverfolgung zu entgehen.

Artur Jagiello

am 28. April 2020

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10 min
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