Zyklusbasiertes Training für Frauen

Wie der Zyklus einer Frau das Training beeinflusst und was du als Coach wissen solltest

Zyklusbasiertes Training bei Frauen

Mit Tabus brechen, um Mitglieder besser zu betreuen

“Darüber spricht man nicht” – Dieser Satz trifft auf wenige Dinge so sehr zu, wie auf das Thema der Menstruation bei Frauen. Noch immer ist es ein Thema, über das weder im privaten Kontext, noch im sportlichen gerne gesprochen wird. Doch gerade bei letzterem kann es wichtig sein, offen darüber zu sprechen. Auch als Fitnesscoach, Personal Trainer oder Ernährungscoach ist es von Bedeutung sich mit dem Thema zyklusbasiertes Training und Ernährung auseinander zu setzen.

Zyklusbasiertes Training und warum es so wichtig ist

in diesem Bereich gibt es enormes Potential für dich als Sportanbieter und das Thema zyklusbasiertes Training ist zur Zeit in aller Munde. Deshalb haben wir die Expertin und Personal Coach Jasmin Laura Caviezel zu diesem Thema zum Interview gebeten. Sie hat sich als Coach auf ein zyklusbasiertes Training spezialisiert und erzählt dir heute, was es damit auf sich hat, worauf du achten musst und warum es so wichtig ist, deinen Kundinnen ein zyklusbasiertes Training anzubieten.  

Bild: Jasmin Laura Caviezel
Personal Coach Jasmin Laura Caviezel hat sich auf zyklusbasiertes Training spezialisiert.

Interview mit Jasmin Laura Caviezel

Hallo, Jasmin. 

Du bist ein Coach mit Fokus auf dem Menstruationszyklus von Frauen. Was bedeutet das genau?

“Grundsätzlich informiere ich Frauen über den Menstruationszyklus und unterstütze sie durch mein Coaching-Programm. Ich helfe ihnen dabei, ihren Lebensstil an ihre Periode anzupassen. Das Jalistic Coaching-Programm konzentriert sich auf Ernährung für bessere Perioden, Stressbewältigung und Training während der Regelblutung, um Fitness- und Gesundheitsziele zu erreichen.

Insgesamt hilft mein Coaching-Programm den Kundinnen, eine neue Leidenschaft für ihren Körper zu finden, indem sie verstehen, was jeden Monat mit ihrem Menstruationszyklus passiert. Die Änderungen des Lebensstils helfen Kundinnen dabei, mit weniger PMS (Prämenstruelles Syndrom), Stimmungsschwankungen, sensiblen Brüsten, Akne usw. zu leben. Dadurch verbessert sich die Lebensqualität enorm.”

Wie und warum hast du dich für diese Richtung entschieden?

“Ich komme aus der Schweiz und habe dort als ganzheitliche Apothekentechnikerin gearbeitet. Ich habe alles über Gesundheit und Wohlbefinden gelernt. Es hat mich immer fasziniert, wie wir unserem Körper helfen können, sich besser zu fühlen, indem wir einfache Dinge in unserem täglichen Leben verändern. Ich setzte dann meine Ausbildung in den USA fort, um zertifizierte Personal Trainerin und Gruppenfitnesslehrerin zu werden, damit ich auch den Bereich körperliche Fitness beherrsche.

Aufgrund meiner persönlichen Erfahrung mit zyklusbedingten Problemen und Überanstrengungen, begann ich außerdem, viel über den Menstruationszyklus und die hormonellen Vorgänge zu lesen. Während meiner Recherchen und persönlichen Versuche, entwickelte ich diese schöne Leidenschaft, Frauen in ähnlichen Situationen zu helfen.“

„Ich machte es mir zur Aufgabe, sie (und Männer) über dieses “Tabuthema” des Menstruationszyklus aufzuklären und sie dahingehend zu coachen.”

Wie sieht deine Arbeit genau aus? Welche Themen besprichst du mit deinen Kundinnen?

“Ich arbeite mit meinen Kundinnen an Veränderungen des Lebensstils. Das Ziel meiner Praxis ist es, ihnen zu helfen, ganzheitliche Heilung und Verständnis für ihren eigenen Körper zu finden. Dieser ganzheitliche Ansatz besteht darin, eine Trainingsroutine zu entwickeln, die die Hormonveränderungen berücksichtigt, die eine Frau jeden Monat durchläuft. Es hilft Frauen, mit ihrem Körper zu trainieren, statt gegen ihn.

Dazu gehört auch die Ernährung. Die Ernährung wird optimiert, indem ich Kundinnen über verschiedene Makro- und Mikronährstoffe aufkläre, die den Körper während des Menstruationszyklus unterstützen. Wir sprechen davon, den Körper aufzutanken und nicht ihn einzuschränken. Ich begegne oft Frauen, die kalorienarme, kohlenhydratarme, fettarme Diäten einhalten und wirklich von Monat zu Monat leiden, weil ihr Körper nicht den dringend benötigten Kraftstoff für einen ausgeglichenen Hormonspiegel bekommt.

Darüber hinaus konzentrieren wir uns auf das Stressmanagement, da Stress leider der Hormonstörer Nummer eins und die Ursache vieler anderer Krankheiten ist. Deshalb entwickeln wir Aktionspläne, die sich in das Leben der Kundinnen integrieren lassen, um Stress abzubauen und besser damit umzugehen. Dazu gehören Selbstpflege, Tipps zur Reduzierung von Umweltstressoren, die Planung der Arbeit und des sozialen Lebens mit dem Zyklus usw. Wenn man also die drei großen Säulen Bewegung, Ernährung und Stressbewältigung beachtet, balanciert das Körper und Hormone aus und damit entsteht ein ganz natürlicher, harmonischer Menstruationszyklus.”

Was sollte jeder über den Menstruationszyklus und wie dieser das Training bei Frauen beeinflusst wissen?

“Das Wichtigste und normalerweise der erste Schritt zum Verständnis des Menstruationszyklus ist das Wissen über die vier Zyklusphasen, die jede Frau durchläuft, sowie über die Haupthormone, die in diesen Phasen enthalten sind.

Bild: Phasen Menstruationszyklus
Das sind die Phasen des Menstruationszyklus, die jeder Coach kennen sollte

Wie oben dargestellt, weisen die vier Zyklusphasen unterschiedliche Hormonspiegel auf, die das Energieniveau einer Frau beeinflussen können. Diese Schwankungen sind beim Training wichtig, da sie den Erfolg einer Frau im Fitnessstudio bestimmen können.”

Bild: Energielevel
Das Energielevel einer Frau verändert sich, je nachdem in welcher Phase sie sich befindet

Wie sieht ein Trainingsplan aus, der auf dem Menstruationszyklus basiert? Hast du ein Beispiel für uns?

“Jetzt, da wir wissen, wie die Energie einer Frau aufgrund ihrer Biologie schwankt, können wir sicherstellen, dass wir ein Training entwickeln, das dies berücksichtigt.

Hier ein Beispiel:

Sarah, 32, möchte über einen Zeitraum von drei Monaten 5 Kilogramm abnehmen. Sie hat keine Einschränkungen, die sie vom Training abhalten.

Während ihrer follikulären Phase (Bildung des Follikels) mit steigender Energie kann sie viel Cardio, hochintensive Übungen und kraftbasiertes Training machen (bei 80% der Höchstleistung). Dies setzt sich durch ihre Ovulationsphase (Eisprung) fort, wenn ihre Energie ihren Höhepunkt erreicht. In den ersten Tagen ihrer Lutealphase (die Zeit direkt nach dem Eisprung) kann sie sich höchstwahrscheinlich immer noch stark anstrengen.

Nach den ersten Tagen wird empfohlen, Übungen mit hoher Intensität zu vermeiden und sich mehr auf das Krafttraining bei etwa 30-40% der Höchstleistung zu konzentrieren. Ihre Cardio-Übung können auf “Gehen” reduziert werden, wenn PMS-Symptome auftreten, bei denen eine stärkere Verringerung der Intensität empfohlen wird. Während ihrer Menstruationsphase wird empfohlen, Yoga zu machen, sich zu dehnen und zu gehen, je nachdem, ob sie Beschwerden während ihrer Periode hat.”

Hast du Tipps für Studiobesitzer, Personal Trainers, usw.? 

“Wenn sich eine Frau wohlfühlt, Informationen über ihren Menstruationszyklus auszutauschen, kann dies sehr hilfreich sein, um die Fitnessziele zu erreichen. Hier sind einige Tipps, die Studiobetreiber und Coaches bei der Betreuung weiblicher Kundinnen weiter unterstützen können:

  • Fragt unbedingt nach den üblichen Symptomen, die vor und während des Zeitraums auftreten. Dies kann von Frau zu Frau unterschiedlich sein und muss für ein optimales Trainingserlebnis berücksichtigt werden.
  • Die Kundin sollte ermutigt werden, auf ihren Körper zu hören und darauf zu achten, wie sich die Übungen für sie anfühlen.
  • Es ist sehr wichtig, auf Übertraining und Erschöpfung zu achten. Ruhetage werden oft unterbewertet, können aber für die Menstruationsgesundheit und das Wohlbefinden einer Frau von entscheidender Bedeutung sein.
  • Wenn Coaches sicherstellen, dass die Frau bei jeder Mahlzeit und jedem Snack komplexe Kohlenhydrate, hochwertige Fette und Proteine ​​zu sich nimmt, wird dies ihrer Menstruationsgesundheit enorm zugute kommen.

Unterstützen Coaches Frauen dabei, ihren Körper besser zu verstehen und sich damit auseinander zu setzen, führt dies zu größerem Mitgefühl für sich selbst und baut Motivation auf. Das dient letztendlich nicht nur der Kundin, sondern auch dem Fitnessstudio. Denn das Studio wird auf eine außergewöhnliche Art als hilfreich wahrgenommen.”

Danke, Jasmin für deine Zeit und für die Offenheit zu diesem Thema.

Individuelle Trainingspläne mit der Magicline

Die Magicline kann dir dabei helfen, für deine Kundinnen individuelle Trainingspläne zu erstellen. Damit kannst du auch ein zyklusbasiertes Training abdecken. Starte dafür mit der Anamnese in der Magicline. Unterhalte dich mit deiner Kundin dabei auch über das Thema Menstruation.

Bild: Check-up und Anamnese
Starte mit dem Check-up und der Anamnese und sammle alle wichtigen Informationen in der Magicline

Darauf basierend kannst du nun einen Trainingsplan erstellen, der auf ihrem Zyklus basiert und sie mit den bestmöglichen Übungen für jede Zyklusphase versorgt. Du kannst sogar Beispielvideos einfügen, die eine Übung vorführen.

Deine Kundinnen erhalten ihre Trainingspläne direkt über die MySports App. Im Anschluss an ein Workout übernimmt die App automatisch die Befragung nach dem Wohlbefinden der Trainierenden. Erhältst du negative Antworten, solltest du noch einmal mit ihr ins Gespräch gehen und den Trainingsplan ggf. anpassen.

Bild: MySports Trainingsplan fpr zyklusbasiertes Training
Der individuelle Trainingsplan landet direkt über die MySports App auf dem Handy deiner Kundin

Wenn du mehr über die Erstellung von Trainingsplänen in der Magicline erfahren willst, schaue doch mal auf unserer Featureseite vorbei:

Das Thema zyklusbasiertes Training und Ernährung interessiert dich? Dann kannst du dich auf Jasmin Website weiter informieren:

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Kai, Mathias und 3 andere von der Magicline helfen dir gerne weiter

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Isabel Rückert

am 21. Mai 2021

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5 min
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