Senkung der Umsatzsteuer

Das Konjunkturpaket der Bundesregierung und die Änderungen in der Magicline

Artur Jagiello

am 26. Juni 2020

4 min

Nachdem die deutsche Bundesregierung Anfang Juni ein weitreichendes Konjunkturpaket als Reaktion auf die Corona-Krise erarbeitet hat, wurden nun gestern im Bundestag in einer Sondersitzung erste Gesetze aus diesem Paket beschlossen.

Ein wichtiger Bestandteil des Pakets ist die befristete Senkung der Umsatzsteuer von 19 % auf 16 % bzw. von 7 % auf 5 %.

Die Senkung der Umsatzsteuer kam für uns genauso überraschend wie für dich. Wir haben deswegen sofort zum Sprint angesetzt, um die neuen Regelungen bereits vor dem Stichtag 1. Juli für dich umzusetzen. Mehr zu den Anpassungen erfährst du heute in diesem Newsletter. Dazu gibt es zwei weitere praktische Funktionen für rückwirkende Vertragsaktionen.

Einführung neuer Steuersätze

Ab sofort stehen die neuen Steuersätze mit Gültigkeitszeitraum 01.07.2020-31.12.2020 in der Magicline zur Verfügung. Wir haben ebenfalls bereits vorgesehen, dass zum 01.01.2021 die bisher gültigen Steuersätze wieder in Kraft treten. Sollte in den kommenden Monaten eine Verlängerung der Steuersenkungen beschlossen werden, wird eine entsprechende Anpassung von uns ebenfalls vorgenommen.

Für dich bedeuten die neuen Steuersätze zunächst einmal keinen Mehraufwand. Alle Konfigurationen, bei denen du Preise und Umsatzsteuersätze hinterlegt hast, werden entsprechend des bisherigen Steuersatzes zum 1. Juli automatisch umgestellt. Du musst also nicht deine Tarif- oder Produktkonfiguration auf links drehen – die Anpassungen sind automatisch gültig.

Ab dem 1. Juli werden dann auch die neuen Steuersätze bei der Verbuchung aller Forderungen in der Magicline angewendet. Bei der Festsetzung des gültigen Steuersatzes wird dabei das Ende des Leistungszeitraums einer Forderung herangezogen. Das kann dazu führen, dass länger laufende Beiträge, die in den Monaten der Steuersenkung fällig werden, bereits wieder zu 19 % bzw. 7 % versteuert werden.

Ganz wichtig: Wir haben keinerlei Beitragsanpassungen vorgenommen. Es werden lediglich Netto- und Steuerbeträge auf Grundlage der neuen Steuersätze berechnet. Die von dir konfigurierten Bruttopreise bleiben unverändert.

Anpassung im Steuersatz bei manuellen Forderungen

Bei der Erstellung manueller Forderungen haben wir eine kleinere Anpassung vorgenommen. Je nach Auswahl des Leistungszeitraums werden nun automatisch die für die Auswahl gültigen Steuersätze ermittelt. Entsprechend deiner Auswahl ändern sich die wählbaren Steuersätze in diesem Dialog.

Screenshot: Steuersatz bei manuellen Forderungen
Hier können die Steuersätze bei manuellen Forderungen angepasst werden

Steuerkorrekturauswertung

Deine Magicline hat in den letzten Monaten fleißig Forderungen gebucht und dazu immer die bisher gültigen Umsatzsteuersätze genutzt. Durch die vorübergehende Umstellung ergibt sich nun die Situation, dass einige der bereits verbuchten Beiträge rückwirkend einen neuen Steuersatz erhalten. Warum ist das so? Weil für die Festsetzung des Steuersatzes das Ende des Leistungszeitraums und damit das Datum der Leistungserfüllung entscheidend ist.

Ein Pauschalbeitrag mit Fälligkeit 1. März und einer Laufzeit von 6 Monaten endet demnach am 31. August. Dieser Beitrag wurde nun zunächst mit 19 % versteuert, würde aber nach heutiger Lage lediglich mit 16 % USt. versteuert werden.

Damit du herausfinden kannst, welche deiner Umsätze von der Steuersenkung betroffen sind, haben wir dir unter 

Finanzen > Exportlisten 

eine Steuerkorrekturauswertung zur Verfügung gestellt. Diese Funktion analysiert alle Umsätze im ausgewählten Zeitraum und prüft, ob der ursprünglich gebuchte Steuersatz vom aktuell gültigen Steuersatz in Bezug auf das Ende des Leistungszeitraums der Forderung abweicht. Alle betroffenen Forderungen werden in dieser Liste mit ursprünglichem und korrigiertem Netto-, Steuer- und Bruttobetrag ausgegeben.

Wichtig: Die Magicline korrigiert keine Buchungen in die Vergangenheit, um die Revisionssicherheit eurer Buchführung zu gewährleisten.

Steuerschlüssel in Exporten

Damit du einen möglichst reibungslosen Umstieg auf die neuen Steuersätze hast, haben wir ebenfalls sog. Steuerschlüssel eingeführt. Mit Hilfe von Steuerschlüsseln können Umsätze, denen verschiedene Steuersätze zugrunde liegen, auf dasselbe Konto gebucht werden. Über den Steuerschlüssel können diese Umsätze getrennt ausgewiesen werden, auch wenn sie auf dasselbe Konto gebucht werden.

Umsätze, die bisher zu 19 % verbucht werden, können dadurch zu 16 % auf das gleiche Umsatzkonto fließen. Gleiches gilt für Umsätze zu 7 % und 5 %. Standardmäßig haben wir die von der DATEV herausgegebenen Steuerschlüssel hinterlegt. Für Umsätze mit 5% haben wir den aktuell gesperrten Schlüssel “4” gewählt – falls nötig machen wir hier noch eine Anpassung.

Die DATEV hat bereits angekündigt, ein Service Release für die Umsatzsteuersenkung herauszugeben. Dieses ist bis zum 30.06. zu erwarten. Damit sollten die bisher verwendeten Automatikkonten auch weiterhin nutzbar sein. Bitte stimme dich bei diesem Thema mit deinem Steuerberater ab, damit auch dort beim Übergang alles reibungslos abläuft.

Rückwirkende Vertragsaktionen

Falls du die Buchungsperioden der Magicline nutzt, um auch Buchungen in die Vergangenheit zu machen, bekommst du mit diesem Release zwei neue Möglichkeiten:

Mit der rückwirkenden Vertragsanlage kannst du auf Wunsch Vertragsforderungen in die Vergangenheit anlegen, sofern der aktuelle Periodenabschluss dies zulässt. Setze dafür einfach den Haken bei Vertrag rückwirkend anlegen. Die Beitragsvorschau passt sich entsprechend deiner Auswahl an. Solltest du ein Startdatum wählen, das vor dem aktuellen Abschluss liegt, erhältst du einen Hinweis.

Screenshot: Forderungen rückwirkend anlegen
So einfach geht’s: Vertragsforderung rückwirkend anlegen

Neben der Vertragsanlage kannst du nun ebenfalls Verträge rückwirkend stornieren. Im Stornierungsdialog wird dir ebenfalls eine Auswahl angeboten, um eine rückwirkende Stornierung vorzunehmen. Auch hier gilt, dass der aktuelle Periodenabschluss vor der ältesten Forderung des Vertrages liegt. Der Vertrag wird dann so storniert, dass alle Forderungen zu ihrem ursprünglichen Fälligkeitstag eine Stornobuchung erhalten. Dadurch hebt sich die Umsatzbuchung in den bebuchten Perioden auf.

Wichtig: Die Funktion ist nur nutzbar, wenn du die Buchungsperioden der Magicline nutzt und deine Periodenabschlüsse manuell vornimmst. Solltest du weiterhin den standardmäßig aktivierten täglichen Abschluss nutzen, ist diese Funktion nicht verfügbar.

Screenshot: Vertrag rückwirkend stornieren
Hier können Verträge rückwirkend storniert werden

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